Ich werde kein Engel sein
Lyrics:
Ich werde kein Engel sein
[Intro]
Ich war schon tot, bevor ich fiel.
War leer, bevor mich jemand sah.
Und irgendwas in mir hat gelacht:
„Steh auf. Noch ist die Hölle nicht nah.“
[Strophe 1]
Mit vierzehn brach der erste Halt,
ein Grab war warm, die Nacht war kalt.
Ein Lachen blieb – wie Glas im Staub,
seitdem trägt jede Kerze Traub’.
Ich floh durch Länder, suchte Sinn,
fand Liebe, wurde Vater – Kind.
Doch was ich hielt, zerrann wie Rauch,
und ließ mich taub im schwarzen Bauch.
[Refrain]
Doch ich bin geblieben –
nicht aus Gnade, nur aus Trotz.
Hab mir ’nen Thron gebaut aus Dreck,
mein Reich aus Schatten, Stein und Schrott.
Und wenn mich Engel nicht mehr woll’n,
dann tanz ich mit Dämon’n.
Ich bin gefallen, tief – verdammt.
Doch ich hab nie verlor’n.
[Strophe 2]
Die Straßen wurden meine Kirchen,
die Verse kamen ohne Licht.
Ein Penner sprach wie ein Prophet –
„Du stirbst nicht heut. Noch nicht.“
Sie waren da, als ich zerbrach,
aus Glas und Blut und kaltem Schweiß.
Sie hielten mich – nicht mit Moral –
nur mit vergess’ner Menschlichkeit.
[Refrain]
Doch ich bin geblieben –
kein Erlöster, kein Gebet.
Ich hab zu oft vergebens gefleht,
bis selbst der Schmerz mich nicht mehr zählt.
Und wenn die Welt mich wieder hasst,
dann schrei ich ohne Ton.
Ich werd kein Engel sein –
doch ich bleib – als Silhouette aus Zorn.
[Strophe 3]
Ich bin kein Vater, bin kein Sohn,
hab nichts als Staub und eine Kron’.
Sie besteht aus Rost und Angst –
doch sie sitzt mir wie gemacht.
Ein Fluch in hundert Jahren Schweigen –
das ist kein Leben, das ist Pflicht.
Doch was ich fühlte, lebt noch tief,
wo kein Gebet mehr mich zerbricht.
[Bridge]
Vielleicht bin ich kein Held geblieben,
kein Märtyrer im weißen Kleid.
Doch ich hab Schatten nie vertrieben,
nur lernen müssen: Bleib bereit.
Ich geh nicht schön, ich geh nicht weich –
ich schleif mein Herz durch jedes Grab.
Und wenn sie fragen, was ich wollte:
Nur, dass man mich vernarbt begrab’.
[Letzter Refrain]
Denn ich bin geblieben –
nicht im Licht, doch ohne Kniefall.
Die Welt hat mir das Kreuz gereicht –
doch ich schlag Nägel selber ein.
Ich trag den Sturm in meinen Adern,
bin Asche, Glut, Beton.
Ich werd kein Engel sein –
doch ich bin da. Und das reicht schon.
[Outro]
Ich war schon tot, bevor ich fiel…
doch ich blieb.
Und ich bleib.
Bis nichts mehr schreit.
Text by: T. Hinrichs (Magnus020)
